Ein Autounfall ist passiert – was jetzt tun?
Beweise sammeln
Kontaktdaten austauschen
Den Unfall der Versicherung melden
Ein Autounfall ist passiert – was jetzt tun?

Sollte es unglücklicherweise zu einem Unfall gekommen sein, gilt zunächst eins: Bewahren Sie einen klaren Kopf und verfallen Sie nicht in Panik. Wenn nötig, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, bevor Sie handeln. Kontrollieren Sie zuerst, ob es Verletzte gibt oder ob sogar noch Menschen im Fahrzeug eingeschlossen oder eingeklemmt sind, die Ihre Hilfe brauchen. Beginnen Sie dann mit den üblichen Schritten nach einem Unfall.

  1. Schalten Sie wenn möglich die Warnblinkanlage ein
  2. Ziehen Sie sich die Warnweste über
  3. Stellen Sie das Warndreieck in einer Entfernung von etwa 100 Metern auf

Diese Schritte tragen maßgeblich zur Sicherheit nach einem Unfall bei und sollten unter keinen Umständen ausgelassen werden. Sollten Sie sich nicht in einer akuten Gefahrenzone befinden, die auch andere Menschen in Gefahr bringt, lassen Sie den Unfallort unverändert, bis der Unfall aufgenommen wurde.

Bei einem Unfall spielt es zunächst keine Rolle, in welchem Land er sich abgespielt hat und ob er nun selbstverschuldet war oder nicht. 

Beweise sammeln

Um den Unfall so unverfälscht wie möglich festhalten zu können, sollten Sie sich nun aufmachen, und nötige Beweise festhalten. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  • Fotografieren Sie zunächst unbedingt den Unfall im Ganzen. Alle beteiligten Fahrzeuge sollten auf Ihren Aufnahmen gut zu erkennen sein. Daraus lässt sich später die ungefähre Schwere des Unfalls erkennen
  • Bei entstandenen Schäden an den Fahrzeugen fotografieren Sie auch diese in einer detaillierten Aufnahme ab
  • Sollte es Verletzte geben oder ein besonders hoher Sachschaden vorliegen, kontaktieren Sie auf jeden Fall umgehend die Polizei
  • Wenn die Umstände es zulassen, können Sie auch eine ungefähre Skizze des Unfallortes anlegen.

Notieren Sie sich nun alle relevanten Daten. Dazu gehören neben den amtlichen Kennzeichen auch die Namen und Anschriften der Unfallgegner und eventuellen Zeugen.

Nun sollten Sie alle nötigen Beweise beisammen haben, um den Unfall später originalgetreu wiederzugeben. Vor allem, wenn der Unfall nicht Ihre Schuld war, können Ihnen diese Aufnahmen und Notizen bei der Klärung des Sachverhalts helfen.

Kontaktdaten austauschen

Nachdem Sie die Beweislage festgehalten haben, gilt es, die Kontaktdaten zwischen den Beteiligten auszutauschen. Notieren Sie sich von allen, die ebenfalls in den Unfall verwickelt waren Name, Anschrift und Telefonnummer. Auch die Versicherung der anderen Beteiligten aufzuschreiben, kann nicht schaden. 

Ein Kontaktdatenaustausch ist nach einem Unfall nicht nur hilfreich, sondern auch zugleich verpflichtend. Sollten Sie oder Ihr Unfallgegner sich also unerlaubt und anonym vom Unfallort entfernen, begehen Sie damit eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder sogar Freiheitsentzug bestraft werden kann. 

Wenn ihr Unfallgegner die Herausgabe seiner Kontaktdaten verweigert, können Sie ihn nicht dazu zwingen. Vermeiden Sie jede unnötige Eskalation und wenden sich an die Polizei.

Den Unfall der Versicherung melden

Nach einem Unfall ist grundsätzlich der Unfallverursacher dazu verpflichtet eine Schadenmeldung gegenüber seiner Haftpflichtversicherung abzugeben.

Das Unfallopfer- also der Geschädigte – muss den Unfall dagegen nicht melden. Für Sie als Geschädigter ist es nicht ratsam, die gesamte Schadenabwicklung der gegnerischen Versicherung anzuvertrauen. Diese ist nicht Ihr Partner, sondern Ihr Gegner und handelt ausschließlich im eigenen Interesse.

Zur Wahrung Ihrer Ansprüche sollten Sie von Ihrem Recht Gebrauch machen und einen eigenen freien Sachverständigen Ihrer Wahl beauftragen. Dieser erfasst die Schäden vollständig, neutral und unabhängig. Die damit einhergehende Beweissicherung bildet auch die Grundlage in einem möglichen Rechtsstreit.

Geben Sie kein Schuldgeständnis ab!
KFZ-Gutachter: Notwendig, oder nicht?
Brauche ich einen Anwalt?
Geben Sie kein Schuldgeständnis ab!

Am Unfallort sollten Sie auf keinen Fall ein Schuldeingeständnis abgeben. Dies sollten Sie weder mündlich noch schriftlich tun. Auch dann nicht, wenn Sie nur eine Teilschuld tragen.

Mit einem voreilig abgegebenen Schuldeingeständnis können Sie gegen den Vertrag Ihres Kfz-Haftpflichtversicherers verstoßen und damit Ihren Versicherungsschutz aufs Spiel setzen.

KFZ-Gutachter: Notwendig, oder nicht?

Bei einem unverschuldeten Unfall sollten Sie als Geschädigter ab einer Schadenhöhe von ca. 715 € auf jeden Fall einen qualifizierten, unabhängigen Gutachter Ihrer Wahl mit der Erstellung eines Schadengutachtens beauftragen.

Mit diesem Gutachten können Sie Ihre Ansprüche gegen den Unfallverursacher detailliert darlegen. Unterhalb der Wertgrenze von ca. 715 € spricht man von einem sogenannten Bagatellschaden. Dieser Begriff definiert einen Schaden von geringem Wert, bei dem die Versicherung die Kosten eines Gutachtens nicht übernimmt und stattdessen einen Kostenvoranschlag fordert.

Das Problem:
Oft ist bei einem Unfall auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich, welche Schäden das Fahrzeug tatsächlich davongetragen hat. Gerade für Laien kann es schwer sein, einen kleinen Schaden von einem großen Schaden zu unterscheiden. Ein vermeintlich nur leicht beschädigter Stoßfänger zum Beispiel, kann sich dabei sehr schnell zu einem erheblichen Schaden ausweiten, wenn beim Aufprall noch weitere, dahinterliegende Bauteile oder gar die Karosseriestruktur beschädigt wurde.

Tipp:
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um einen Bagatellschaden handelt oder nicht, sollten Sie in jedem Fall einen Gutachter hinzuziehen. Hier erhalten Sie in der Regel kostenlos eine qualifizierte Einschätzung.

Brauche ich einen Anwalt?

Die tägliche Regulierungspraxis der Versicherer zeigt, dass dem Geschädigten nach einem Unfall oft zahlreiche Ansprüche entgehen, die ihm nach geltendem Recht zustehen würden. Wenn Sie ohne Ihre eigene Schuld in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, ist es daher in den allermeisten Fällen ratsam, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, der mit Verkehrsrecht vertraut ist.

Dieser kennt die Probleme im Umgang mit den Versicherungen genau und kann daher Ihre Interessen bestmöglich vertreten. Die Kosten für die anwaltliche Unterstützung sind außergerichtlich von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu tragen. Auch dies ist im Gesetz geregelt. Sie benötigen in diesem Fall also auch keine Rechtschutzversicherung.

Wenn Sie einen kompetenten Anwalt für Verkehrsrecht benötigen, spreche ich Ihnen gerne eine Empfehlung aus.

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